Ist Ghostwriting eigentlich erlaubt?
Immer wenn das Thema Ghostwriting zur Sprache kommt, ist auch stets ein fader Beigeschmack des Unerlaubten dabei. Viele fragen sich deshalb, ob Ghostwriting auch wirklich erlaubt ist. Das ist nun so eine Sache, die man aus dem moralischen und rechtlichen Blickwinkel betrachten kann. Auf jeden Fall ist Ghostwriting nicht verboten! Texter, die auch für andere Menschen schreiben, gibt es seit Jahrzehnten. Bücher, Aufsätze, Reden, Hausaufgaben, Facharbeiten – eine Menge solcher Veröffentlichungen sind durch Ghostwriting erst möglich geworden. Heute werden die Gesiterschreiber ach zunehmend gesellschaftlich anerkannt und sind zumindest in der Promiszene absolut en vogue. Es ist ja auch nichts Schlimmes dabei, professionelles Ghostwriting für sich zu nutzen. Für steuerliche Sachen geht man zum Steuerberater, Rechtsfragen lässt man vom Anwalt beantworten und wichtige Texte, die Hand und Fuß haben müssen, lässt man eben mittels Ghostwriting verfassen. Wo ist das Problem?
Viele Politiker, die in Amt und Würden sind, haben meistens einen 12- bis 14-Stunden-Tag und das auch am Wochenende. Da bleibt nicht viel Zeit, eine gute Rede selber zu schreiben und Ghostwriting ist eine sinnvolle Alternative. Mit den intellektuellen Fähigkeiten der Politiker selbst hat das gar nichts zu tun. Schreiben nimmt enorm viel Zeit in Anspruch. Deshalb braucht auch die hohe Politik das Ghostwriting. Zunehmend sind es aber auch viele Privatleute, die sich den Traum vom eigenen Buch erfüllen möchten. Books-on-Demand und andere Möglichkeiten des Selbstverlags machen es möglich. Ghostwriting kann so manchen Traum in dieser Richtung erfüllen. Sehr populär ist das „Schreiben lassen“ bei Unternehmen und Unternehmern. Denn Bücher eignen sich gerade im Geschäftsleben hervorragend dazu, um auf sich aufmerksam zu machen. Ghostwriting ist also salonfähig geworden. Und um die Frage nach dem Erlaubtsein zu beantworten: Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat in zweiter Instanz zum Ghostwriting erklärt: Wenn ein Texter beauftragt wird, ist das legal. Mit den guten Sitten nicht vereinbar sei es allerdings, wenn Hochschularbeiten für Studenten und Doktoranden mittels Ghostwriting erstellt werden.
